Monatsarchiv für August 2007

 
 

Deutschland AG reloaded?

Was genau planen denn da unser “CEO” Frau Dr. Merkel und die anderen Herrschaften des “Vorstandes” bei ihrer derzeitigen Klausurtagung in Meseberg?

Erwogen wird die Einrichtung einer Kapitalsammelstelle der deutschen Finanzbranche, um diese strategisch wichtigen Firmen vor unliebsamen Auslandsinvestoren zu schützen…

…Ein solcher Fonds könnte als langfristiger strategischer Investor bei wichtigen deutschen Konzernen einsteigen und sie damit vor dem Zugriff ausländischer Staatsfonds, etwa aus Russland und China, schützen. …

Da mag ein Schuster scheinbar einmal wieder nicht bei seinen Leisten bleiben. Was genau bezweckt man mit solch einem Vorhaben, möchte man dem chinesischen Modell nacheifern oder einfach nur das Sommerloch füllen? Denn es stellt sich doch die Frage, welcher ausländische Investor mag, im Falle des Eintreffens dieser Regelung, schon in Deutschland bzw. deutsche Unternehmen investieren, wenn er dafür sprichwörtlich nur noch ein Apfel und ein Ei (vor allem hinsichtlich der Macht) bekommt?

In China mag sich solch ein staatlicher Eingriff durch Rohstoffreichtum und gute Wachstumsaussichten positiv begründen und viele Unternehmen auf Macht innerhalb der chinesischen Joint Ventures verzichten lassen, aber beim Noch-Exportweltmeister Deutschland?

Und was ist heutzutage eigentlich eine Schlüsselindustrie (”…bei wichtigen deutschen Konzernen einsteigen…”) in entwickelten Ländern, ein Internetprovider oder eher eine große Bank, die ich vorwiegend nur noch Online erreichen kann? Oder ist es vielleicht sogar eine “Suchmaschine“?

Mal ganz davon abgesehen und außen vor gelassen, dass die EU vermutlich etwas gegen diese Form von Rückschritt hätte.

Sicher, es kann nicht schaden Know How bewahren zu wollen, aber im Zeitalter von globalen Märkten, Open Source und Co, werden auch andere moderne Wege deutlich, als dieser (hoffentlich nicht umgesetzte) vorzeitlicher Protektionismus.

Aktien im Kommen oder am Gehen?

Einer Studie des Deutschen Aktieninstitutes zu Folge nimmt die Zahl der direkten Aktieninvestments im ersten Halbjahr 2007 zu:

Im ersten Halbjahr 2007 hat sich die Zahl der Aktionäre
in Deutschland gegenüber dem zweiten Halbjahr
2006 um 214.000 erhöht. Insgesamt besaßen
4,3 Mio. Anleger Aktien; das entspricht 6,7 % der
Bevölkerung. Im zweiten Halbjahr 2006 waren es
noch 4,1 Mio. Demgegenüber ging die Zahl der Besitzer
von Aktienfondsanteilen um 515.000 auf 8
Mio. bzw. 12,3 % der Bevölkerung zurück. Die Gesamtzahl
der Aktienbesitzer betrug 10,5 Mio. (2. Hj.
2006: 10,7 Mio.)

Es ist schon ein wenig verwunderlich bei aktueller Marktlage, aber ähnliche Trends wurden bereits vor dem letzten großen (Aktien-)Boom festgestellt. Private Anleger merken mehr und mehr, dass immer größere Gewinne am Aktienmarkt realisiert werden innerhalb der letzten Jahre und versuchen sich entsprechend zu platzieren, während große Investoren schon wieder erstes Geld abziehen bzw umschichten.

Fragt sich nur, ob die derzeitigen Probleme am Aktienmarkt dem entgegenwirken können und es nicht zu einer weiteren überzogenen Aktienblase kommt.

Erste Stop-Loss greifen so nicht nur in den eigenen Depots. Nachdem sich der Markt am Freitag ein wenig stabilisieren konnte, wird sich diese Woche wohl zeigen, in welche Richtung es die nächsten Monate gehen könnte.


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