Monatsarchiv für November 2007

 
 

Neuer Top-Verdiener in Deutschland

Es hat nicht lange gedauert und der Top-Verdiener von 2006 wurden durch einen anderen deutschen Firmenchef abgelöst. Nach Presseberichten zu Folge soll der derzeitige Porschechef Wendelin Wiedeking bis zu 70 Millionen Euro an Jahresgehalt bekommen haben (inkl. Bonuszahlungen). An dieses stolze Sümmchen kommt nicht einmal der mögliche Gewinner des Lottojackpots am kommenden Wochenende heran, der bei ungefähr 38 Millionen liegen sollte.

Bei einem Gewinn vor Steuern von ca. 5,9 Mrd. Euro, die vor allem aus Optionsgeschäften mit VW-Anteilsscheinen resultieren, kann man vermutlich von einer einmaligen Leistungsprämie in dieser Höhe sprechen, die ansonsten langsam an amerikanische Verhältnisse herankommt.

Germanwings und Tuifly verhandeln – aber warum?

In der am Freitag erscheinenden Ausgabe des Manager Magazins dazu:

Die Billigfluglinie Germanwings und der Hannoveraner Ferienflieger Tuifly verhandeln nach Informationen von manager magazin über eine Fusion. Ziel der geheimen Gespräche ist ein Zusammenschluss unter Führung von Germanwings und deren Haupteignerin, der Lufthansa.

Warum aber sollte die deutsche Lufthansa dies anstreben? An sich haben sie zwei Möglichkeiten, sie versuchen eine große deutsche Billigflugline aus dem Boden stampfen oder sie bauen einen Konkurrenten für Air Berlin auf. Beides macht für mich jedoch nicht so recht Sinn, aber hier dazu ein paar Fakten:

zur Billigfluglinie: Gegen Fluglinien wie Rynair und Easyjet kann man meiner Meinung nach nicht viel ausrichten mit einer fusionierten Gesellschaft, denn allein ein Blick auf die Vielfalt der Flugzeugmodelle innerhalb des neuen möglichen Verbundes zeigt, dass man nie die Effizienz der “wirklichen” Billigflieger erreichen kann. Diese haben nämlich immer nur genau ein Flugzeugmodell und das spart eine Menge Geld, sei es beim Boden-, Wartungs- oder Flugpersonal.

zur Air Berlin Konkurrenz: Warum sollte sich die deutsche Lufthansa einen eigenen/weiteren Konkurrenten schaffen, über den sie nicht die volle Kontrolle hat? Gegen die bisher klugen Schachzüge von Air Berlin sollte man wohl lieber anders reagieren und vor allem das Auslandswachstum weiter voran bringen. Warum nicht doch einmal in Richtung Iberia schielen? Mit der Schaffung einer neuen Nummer 3, macht man er sich eher selbst Konkurrenz, als Air Berlin das Leben schwer.

Mein Fazit: Wirklich sehr grob betriebswirtschaftlich betrachtet, macht vermutlich keine der beiden Möglichkeiten einen Sinn bzw. bringt der Lufthansa keinen echten Mehrwert, sondern eher mehr Kosten, was vermutlich auch Herr Mayrhuber weiß:

…Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte Mitte Oktober in Kairo auf die Frage, ob TUIfly unter dem Dach der Lufthansa einen Platz finden könne, mit einem klaren “Nein” geantwortet. Dies ließ jetzt Spekulationen aufkommen, Germanwings und TUIfly könnten auch in einer ganz anderen Konstruktion zusammenfinden. Die Gespräche stünden aber erst ganz am Anfang, hieß es. Ende Oktober hatte Mayrhuber gesagt, er habe kein Interesse an einem Zukauf für Germanwings. Stattdessen solle das Unternehmen aus eigener Kraft weiter wachsen…


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