Monatsarchiv für Januar 2008

 
 

Relativitätstheorie der Finanzmärkte oder auch self-fulfilling prophecy

Die zurückliegende Woche war eine sehr interessante und für viele sicher auch lehrreiche zugleich, aber was genau ist denn alles passiert bzw. warum überhaupt?

Am Montag den 21. Januar donnerten die Aktienkurse an den Weltbörsen, dass es nur so knallte, egal ob Nikkei, DAX oder Euro Stoxx (in den USA war zum Glück Feiertag) alle haben massiv verloren, nur keiner wusste so recht warum. War es wirklich nur die anhaltende Rezessionsangst hinsichtlich der USA, was ich inzwischen unter “self-fulfilling prophecy” (sich selbsterfüllende Prophezeiung) verbuche, bei dem Wirbel der darum gemacht wirdin den Medien. Man muss nur lange daran glauben, dann wird es auch eintreffen, da niemand mehr Geld freigibt und wir alle schön in Richtung Rentenpapiere wandern. Wird soetwas eigentlich bewusst gemacht oder liegt dies einfach in der menschlichen Psyche verankert?

Donnerstag den 24. Januar kam nun heraus, dass ein gewisser Jérôme Kerviels die Société Générale (immerhin zweitgrößte Bank Frankreichs) 4,9 Milliarden gekostet haben soll, da Spekulationen seinerseits nicht aufgingen, zu denen er scheinbar gar nicht berechtigt war. Schön zu sehen dabei folgendes Zitat:

Seit Donnerstag kennt die gesamte Finanzwelt den Namen des Franzosen. Doch noch versteht niemand, wie es zu dem Rekordverlust kommen konnte, der die Bank zu einer Notkapitalerhöhung zwingt.

Dies scheint derzeit allgemein ein Problem innerhalb der Finanzbranche zu sein, dass die Produkte die dort teilweise entstehen und genutzt werden nur noch von einer Hand voll Menschen auf diesem Planeten verstanden und trotzdem millionenfach gehandelt werden. “signifikant abnormal” in der Technology trifft das schon ganz gut.

Wenn sie schon alle von Transparenz und Risikomanagement sprechen, dann sollte man es auch entsprechend gestalten, so dass z.B. Finanzinnovation/Finanzprodukte so beschrieben werden müssten, damit ein externer Dritter sie auch nachvollziehen kann und nicht nur mein Schulfreund aus der Risikoabteilung, mit dem ich einmal die Woche Tennis spielen gehe.

Tja, und wer fragt sich da nicht, ob das Auflösen der Risikoposten der Société Générale von Montag bis Mittwoch nicht das Zünglein an der Waage des Montagsvorbeben war und nun doch die “gewünschte” Rezession “auslöst”?

Geldanlage 2008 – Aktien

Bezug nehmend auf den Starteintrag zu diesem Thema Geldanlage 2008 – Was ist möglich?, geht es hier nun um eine dieser Anlageformen und zwar Aktien in 2008.

Aktien sind und bleiben sehr wohl auch dieses Jahr 2008 ein geeignetes Mittel, die Renditen eines normalen Sparbuches zu schlagen. Jedoch ist es seit Mitte 2007 hinsichtlich der Hypothekenkrise schwieriger/risikoreicher geworden und wird ebenso in 2008 noch angespannter. Daher sollte man speziell als Kleinanleger versuchen sein Risiko breit zu streuen und nicht unbedingt alles auf ein Pferd setzen.

Sehr interessant könnte dabei vor allem der Rohstoffsektor sein, wenn es z.B. um Carbon, Stahl und ähnliche geht. Des Weiteren spielen sicherlich auch Luxusgüterhersteller eine Rolle in gut diversifizierten Portfolios, da sie im Falle eines erwarteten Konjunkturabschwungs meist weniger betroffen sind.

Eines sollte man vorher jedoch genau betrachten und entscheiden. Kauft man Aktien langfristig und kennt sich mit dem Unternehmen / in der Branche aus oder möchte man nur kurzfristig am Auf-/Abstieg einer Aktie partizipieren, denn dann ist es besonders wichtig ständig am Ball zu bleiben und möglichst schnell und an viele Information zu kommen. Halbherzigkeit kann sonst jede noch so schöne Renditevorstellung zu nichte machen und umfangreiche Verluste herbeiführen.

Helfen können neben den Standardinformationen wie Kursdaten, Chartanalysen und Quartalsberichten z.B. Dinge wie “Insiderhandel“, also sogenannte Directors Dealings(eigener Aktienkauf oder Verkauf des Managements eines Unternehmens), die ein gutes Indiz für eine positive oder negative Risikoentwicklung sein können:

Linktipps:
FTD Insider-Index
Finanzen.net Insiderdaten


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