Amazon startet Online-Musikdienst

30. März 2011

Dass man beim Onlinehändler Amazon.com Musik kaufen kann ist bekannt. Neu ist aber, dass die Kunden bei Amazon die Musik nicht nur kaufen, sondern sie auch dort direkt im Internet abspeichern können. Auf die gekauften und abgespeicherten Songs kann man dann von überall zugreifen und sie über einen eigenen Player wiedergeben.

Amazon hat am Dienstag den Online-Musikdienst gestartet. Die Idee des Angebots „Cloud Player“ ist, dass die Nutzer die von ihnen gewünschte Musik kaufen und ohne eigenen Speicherplatz zu blockieren in einer von Amazon bereitgestellten “Cloud” ablegen können. Später können sie ihre Musik von den Amazon-Servern aus auf jedem beliebigen Computer anhören und abspielen.

Gestartet wurde der neue Musikdienst in der Nacht zum Dienstag und ist bislang allein für Amerika freigeschaltet. Es wird eine Frage der Zeit sein, bis der CloudPlayer seinen Weg nach Europa und in den Rest der Welt findet.Damit ist Amazon den weiteren Wettbewerbern einmal mehr einen Schritt voraus und setzt so namhafte Konkurrenz wie Apple und Google mächtig unter Druck. In der Branche ist allseits bekannt, dass auch diese an ähnlichen Angeboten arbeiten und jetzt hinterherhängen.

Doch wie funktioniert die “Wolke” bei Amzon und was soll es kosten?

Kauf ein Kunde in Amazons MP3-Shop ein Musikalbum und lädt es sich auf seinen Rechner herunter, landet das gekaufte Album (wenn gewünscht) automatisch auch auf einer personalisierten virtuellen Festplatte mit dem Namen „Cloud Drive“. Ein Datentransfer ist auch in umgekehrtr Richtung möglich. Die Nutzer können nämlich auch Musik von ihren Computern in die „Wolke“ hochladen. Ebenso kann der virtuelle Speicherplatz auch für andere Daten genutzt werden.

Grundsätzlich stellt Amazon seinen Kunden 5 Gigabyte Speicherplatz kostenlos zur Verfügung. Kauft ein Kunde sich online ein MP3-Album, wird die virtuelle „Cloud Drive“ für ein Jahr kostenlos auf 20 Gigabyte aufgestockt. Ansonsten ist das Preismodell einfach: Ein Gigabyte Speicher kostet einen Dollar pro Jahr, man kann bis zu einem Terabyte (1000 GB) aufstocken. Auf einen Speicherplatz von einem Gigabyte passen im Durchschnitt etwa 250 Songs.

Über eine Android-App kann die Musik aus der Amazon-Wolke auch auf Handys mit dem Google-Betriebssystem gehört werden. Eine App für Apple-Geräte wie iPhone oder iPads gibt es bisher nicht.

Amazon hat schon seit Jahren Erfahrungen mit Cloud Computing – der Bereitstellung von Programmen und Daten aus dem Netz – gesammelt. Der Online-Händler betreibt auch eine der größten Cloud-Plattformen für Unternehmen.

Schon seit Monaten wird darüber spekuliert, dass Google und Apple kurz davor stehen, Cloud-basierte Musikdienste zu starten. Apple kaufte 2009 den kleinen Anbieter Lala.com, der einen solchen Service betrieb – und machte ihn zunächst einmal dicht. Apple ist mit seiner i-Tunes-Plattform inzwischen zwar zum weltgrößten Musikanbieter aufgestiegen, verärgert aber zunehmend immer mehr Kunden mit den monopolistischen Gängelungen. Schon aus diesem Grund hat Amzons CloudPlayer den großen Vorteil gegenüber i-Tunes, dass von jedem Rechner und zu jeder Zeit auf die virtuelle Wolke zugegriffen werdern kann und zudem ein Datentransfer auch in die Wolke möglich ist.

Die Börse belohnte Amazon für die Schnelligkeit der erste Anbieter eines solchen Musikdienstes zu sein. Die Aktie von Amazon legte in den USA um 3,11 % zu und notierte zum Schluss bei 174,62 US-Dollar.

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