General Electric will Siemens angreifen – in Deutschland

14. September 2011

Lange, lange Jahre und über Jahrzehnte hinweg hat man sich im Hause Siemens immer an den wirklich Großen orientiert. Vor allem schaute man dabei über den großen Teich nach America. Der US-Konzern General Electric weltweit das – so schien es seinerzeit -  schier unerreichbare Vorbild für die Münchener. Und wenn man sich am Branchenprimus ausrichtet und seine Hausaufgaben macht, passiert es bisweilen, dass man sein einstiges Vorbild überholt und auf einmal selbst der Gejagte wird.

„Beat GE“ – schlagt GE – gab der langjährige Vorstandschef Heinrich von Pierer noch als Parole aus. Und unter seinem Nachfolger Peter Löscher rückten die Münchener – global gesehen – ganz nah an Genereal Electric heran. Auf dem deutschen Heimatmarkt von Siemens hatten die Münchener schon immer die Nase vorn. Hier konnte Siemens seinen Marktvorsprung sogar deutlich ausbauen. General Electric hinkt hier mächtig hinterher. Dass kann den Amerikanern nicht gefallen und tut es auch nicht. General Electric hat die “Bedrohung” durch Siemens erkannt und stellt sich der Herausforderung. Auch um ein klares Signal zu setzen, will General Electric nun zurückschlagen und Siemens auf dessen  Heimatmarkt attackieren.

Angekündigt wurde das zwar schon öfter. Doch blieb es in der Regel bei einem Bluff. Man hat eher die Muskeln ein wenig spielen lassen und gedroht. Frei nach dem Motto: “Okay, wir lassen Euch Deutschland, lasst ihr uns im Rest der Welt in Ruhe, sonst…”. Im Unterschied zu früheren Drohgebärden aber steckt hinter jüngsten Ankündigung Potential. Nicht nur, dass General Electric Fehler in der Vergangenheit eingeräumt hat. Die Amerikaner bauen derzeit ihre Konzernstruktur um und – das ist ein deutliches Indiz, das es ihnen Ernst ist – nehmen viel Geld in die Hand.

General Electric will bei seinem Angriff auf dem deutschen Markt zweigleisig fahren: Zum einen stünden für Akquisitionen bei Bedarf auch Milliardensummen zur Verfügung – sagte der neue GE-Deutschland-Chef Ferdinando Beccalli-Falco dem „Handelsblatt“.  In einem ersten Schritt kündigte General Electric Investitionen in Höhe von 56 Millionen Euro in den nächsten 15 Monaten an. Darüber hinaus setzt man auf organisches Wachstum. In den vorhandenen Strukturen sollen 400 bis 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Unter anderem soll die Zahl der Forscher und Entwickler verdoppelt werden. Manchmal klingt es martialisch aber es verdeutlich den Ehrgeiz der Amerikaner, dem deutschen Rivalen eins auszuwischen: „Wir wollen keinen Preiskrieg, wir wollen einen Technologiekrieg“, schickte Beccalli-Falco eine direkte Kampfansage hinterher.

In Deutschland dominiert Siemens den Markt. Experten schätzen den Marktanteil von Siemens hierzulande auf 18 Prozent, den von GE auf dem gemeinsam beackerten Feld auf 0,3 Prozent. Hier zeigt sich, wie lange die Amerikaner den Deutschen Markt vernachlässigt haben. Wie oben bereits angedeutet, hat man Siemens das Feld überlassen. Damit soll nun Schluss sein. General Electric räumt erheblichen Nachholbedarf ein und setzt sich zudem ehrgeizige Ziele. Der Umsatz in Deutschland soll binnen vier bis fünf Jahren verdoppelt werden, kündigte Beccalli-Falco nun an. Eine absolute Zahl nannte General Electric nicht. In Europa insgesamt hat der Umsatz von General Electric zuletzt 32 Milliarden Dollar betragen.

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Ein Kommentar zu “General Electric will Siemens angreifen – in Deutschland”

  1. Michael
    15. September 2011 um 13:29

    Na da sag ich doch mal los gehts!
    Wenn General Electric das wahr macht was sie sagen dann wird wohl nicht nur am Technologiemarkt was passieren sonder es werden sich dann wohl auch die Preise ändern.
    Denn auch wenn General Electric was anderes sagt, wird dann wohl einer der beiden irgendwann an der Preisschraube drehen müssen, weil die Marktanteile irgend wann nicht mehr steigen werden und dann dreht man an der Preisschraube!
    Ok lassen wir uns überraschen, für uns Verbraucher kann das nur gut sein!

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