BER: Brandschutz macht Fortschritte und neue Probleme

BER: Brandschutz macht Fortschritte und neue Probleme

Quelle: Björn Roll, Flughafen Berlin Brandenburg

Ein Sprecher des BER erklärte, es würde nun mit dem Bau der neuen Brandschutzanlage des künftigen Hauptstadtflughafens begonnen werden. Diese war maßgeblich für die zahlreichen Verschiebungen des Eröffnungstermins und die damit verbundene Kostenexplosion verantwortlich. Trotzdem gibt es immer wieder neue Schwierigkeiten. Aktuellen Berichten zufolge sind viele Entrauchungskanäle undicht und auch die Strom- und Wasserzähler bereiten Probleme.

Die Errichtung des künftigen Hauptstadtflughafens BER gleicht einer Posse. Ursprünglich sollte der Großflughafen im Jahr 2012 eröffnet werden. Dieser Termin wurde allerdings mehrmals verschoben. Einen aktuellen Termin gibt es bisher nicht. Mit den Verschiebungen einhergehend liefen auch die Kosten des Projekts vollkommen aus dem Ruder. Schuld daran waren zahlreiche Planungsmängel, allen voran bei der Brandschutzanlage.

Brandschutzanlage kann gebaut werden, ist aber nicht dicht

Das Hauptproblem des BER ist die Brandschutzanlage. Diese hatte nie richtig funktioniert und ist falsch konzipiert worden. Neben Problemen seitens der Software konnte die Anlage ihren Betrieb auch aufgrund enormer technischer Defizite nicht aufnehmen. BER-Chef Hartmut Mehdorn ordnete nach seiner Amtsübernahme den Umbau der Anlage an. Sie sollte in mehrere Unteranlagen aufgeteilt werden, um sie sicherer und leichter kontrollierbar zu machen.

Jetzt aber ist der Bauplan für die neue Anlage genehmigt worden. 25 Umbautechniker, die monatelang auf die Freigabe warteten, können nun mit der Verlegung von 90 Kilometern Kabeln für die Steuerungstechnik beginnen. Allerdings gibt es ein neues Problem, denn Teile der 18 Kilometer langen Entrauchungskanäle sind laut Bild am Sonntag undicht, da die Dichtungen falsch oder schlampig verbaut worden sein sollen.

Mehdorn spricht von Pfusch am Bau

BER-Chef Mehdorn sprach im Haushaltsausschuss des Bundestags von Pfusch am Bau. Er werde radikal dagegen vorgehen und dafür sorgen, dass die verantwortlichen Firmen die Schäden auf eigene Kosten reparieren, was allerdings mehrere Wochen dauern könnte. Neben der Brandschutzanlage gibt es wohl auch neue Probleme bezüglich der Strom- und Wasserzähler.

Wie die BZ berichtet, fehlen noch mehrere hundert Strom- und Wasserzähler. Abgesehen davon heißt es in einem Gutachten, dass die bisher verbauten Messgeräte nicht anforderungsgerecht seien. Die bisher verbauten Messgeräte seien außerdem nicht dafür geeignet, flächendeckend aus der Ferne ausgelesen zu werden. Eine flächendeckende Fernauslesung ist bei solchen Bauprojekten allerdings gesetzlich vorgeschrieben, da ansonsten keine rechtssichere Betriebskostenabrechnung möglich ist. Aktuell müssten die Zähler manuell abgelesen werden. In manchen Bereichen des Flughafens ist es derzeit sogar so, dass der Verbrauch lediglich geschätzt werden kann.