Aussicht auf lockere US-Geldpolitik treibt Dax auf Rekordhoch

Der deutsche Börsen-Leitindex Dax erreichte heute mit 8.610,08 Punkten einen neuen Höchststand. Grund dafür ist aber nicht die allgemeine Wirtschaftslage, sondern der Rückzug der Kandidatur von Larry Summers für die Stelle als neuer Chef der US-Notenbank Fed. Beste Aussichten auf den Posten werden nun der bisherigen Fed-Vizechefin Janet Yellen eingeräumt, welche als strikte Verfechterin einer lockeren Geldpolitik gilt.

Die Aussicht auf die Weiterführung der Politik des billigen Geldes der US-Notenbank Fed ließ die Handelswoche an der Börse mit einem Rekordhoch beginnen. Am heutigen Montagmorgen stieg der Dax um satte 1,19 Prozent auf einen Wert von 8.610,08 Punkten an und stellt damit den bisherigen Jahresrekord von 8.557,86 Punkten aus dem Mai ein.

Nicht nur der Dax konnte neue Rekorde erreichen. Der MDax kletterte ebenfalls auf ein neues Rekordhoch von 14.991,71 Punkten, was einem Anstieg von 1,02 Prozent entspricht. Mitgerissen wurde auch der TecDax, welcher um 0,98 Prozent auf 1.073,88 Punkte kletterte. Ähnlich groß war der Anstieg des Eurozonen-Leitindex EuroStoxx, der 2.894,94 Punkte erreichte und damit um 0,97 Prozent zulegte.

Aussicht auf lockere Geldpolitik beflügelt die Märkte

Der Grund für den plötzlichen Höhenflug liegt dabei weder in der allgemeinen Wirtschaftslage, noch bei Investitionen oder Entscheidungen der Wirtschaftspolitik. Daniel Saurenz von Feingold Research analysiert, dass der Kursanstieg fast allein mit der Personalpolitik der US-Notenbank Fed zu tun hat. Überraschend zog Lawrence Summers seine Kandidatur als Nachfolger des scheidenden Ben Bernanke zurück und steht nun als zukünftiger Chef nicht mehr zur Debatte. Summers gilt als Verfechter einer restriktiven Geldpolitik.

Die größten Chancen auf den Posten werden nun der derzeitigen Vize-Chefin Janet Yellen eingeräumt, welche für eine sehr lockere Geldpolitik steht. Zudem geht Dirk Gojny von der National-Bank davon aus, dass die obersten Währungshüter der Fed in Zukunft ihre Anleihenkäufe drosseln werden. Im Endeffekt bedeutet das für die Wirtschaft, dass davon auszugehen ist, dass Banken und Unternehmen viel Geld zu günstigen Konditionen bekommen können.

Weitere Personalien  und Spekulationen beflügeln den Markt

Übernahme- und Personalspekulationen sorgten bei einigen Unternehmen für einen zusätzlichen Schub der Aktienkurse. Den größten Zuwachs konnte K+S vermelden. Die Aktien des Dünger- und Salzproduzenten legten aufgrund von Spekulationen bezüglich der Entwicklung des Kalidüngermarktes um 2,86 Prozent zu. Angeblich soll ein Vertrauter Wladimir Putins, der russische Unternehmer Wladimir Kogan, den Kalidünger-Produzenten Uralkali übernehmen, wovon auch K+S profitieren sollte.

Einen ebenfalls starken Anstieg vermeldete Volkswagen. Grund für den Anstieg von 1,40 Prozent ist die Aussage Martin Winterkorns, er wolle die Anteile des Autobauers beim chinesischen Gemeinschaftsunternehmen Venture mit dem Partner FAW um zehn Prozentpunkte auf 50 Prozent ausbauen, womit die Position Volkswagens in China gestärkt werden soll. China ist für VW derzeit der wichtigste Einzelmarkt. Nicht so positiv lief es für die Lufthansa. Die Ankündigung des Unternehmenschefs Christoph Franz, seinen Posten nach Ablauf seiner Amtszeit zu räumen, bescherte dem Unternehmen Kursverluste von 0,22 Prozent.