Krim-Krise belastet die Börsen und lässt den Ölpreis steigen

Der drohende Krieg zwischen Russland und dem Westen auf der ukrainischen Halbinsel Krim belastet weltweit die Börsen. Der russische Micex brach um bis zu 8,6 Prozent ein. Auch die Börsen in Asien und Europa starteten mit großen Kursverlusten. Die Preise für Gold und Öl stiegen dagegen rasant an. So stieg der Ölpreis um über zwei Prozent auf 111 Dollar pro Barrel und der Goldpreis um 1,6 Prozent auf 1.346 Dollar pro Feinunze.

Die Krim-Krise entwickelt sich immer mehr zu einem Problem, das auch die Weltwirtschaft betrifft. Am vergangenen Wochenende überschlugen sich die Ereignisse auf der zur Ukraine gehörenden Halbinsel Krim. Russlands Präsident Wladimir Putin holte sich am vergangenen Samstag von seinem Parlament die Genehmigung für eine Militärintervention auf der, hauptsächlich von Russen bevölkerten, Krim, auf der russische Milizen bereits einige strategisch wichtige Orte eingenommen haben. Viele Soldaten des russischen Militärs befinden sich auf dem Weg in die Region, auch von schwerem militärischen Gerät wird berichtet.

Krise in der Ukraine belastet Weltwirtschaft

Die Ukraine spielt wirtschaftlich eigentlich keine große Rolle, ganz im Gegensatz zu den Folgen, die der befürchtete militärische Einmarsch Russlands nach sich ziehen könnte. Es wird befürchtet, dass Europas Versorgung mit russischem Öl gedrosselt oder gar komplett eingestellt werden könnte, wenn es zu einem neuen Ost-West-Konflikt kommt. Direkt nach Öffnung der Börsen stieg daher der Ölpreis rasant an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich im frühen Handel bereits um 1,6 Dollar auf 110,67 Dollar. Ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI verteuerte sich um 1,19 Dollar auf 103,78 Dollar.

Auch der Goldpreis schnellte nach oben. Eine Feinunze Gold kostete im frühen Handel mit 1.347,70 Dollar 1,63 Prozent mehr als vergangenen Freitag. Die dadurch ausgelösten weltweiten Turbulenzen an den Börsen sorgen für schlechte Stimmung unter den Anlegern, da die erhofften Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB), welche für Donnerstag erwartet wurden, deutlich unwahrscheinlicher geworden sind.

Börsen weltweit auf Talfahrt

Anleger und Investoren sind aufgrund des drohenden Krieges verunsichert und ziehen ihr Geld aus Russland ab. Der massive Verkauf russischer Aktien ließ den Moskauer Micex auf 1.319,37 Punkte fallen. Damit ist der Index, dessen Werte in Rubel notiert werden, um 8,6 Prozent eingebrochen und befindet sich auf dem tiefsten Stand der vergangenen acht Monate. Der RTS, dessen Werte in Dollar notiert werden, sank am Montag um zehn Prozent auf 1.139,12 Punkte ab. Das ist der tiefste Stand seit September 2009. Entsprechend verteuerten sich Euro und Dollar auf Rekordwerte. So kostete der Euro zeitweise 51,20 Rubel und der Dollar 37 Rubel. Als Folge dessen hob die russische Zentralbank den Leitzins von 5,5 Prozent auf sieben Prozent an.

Der deutsche Leitindex DAX brach am frühen Montag um über zwei Prozent auf 9.479,45 Punkte ein. Ähnlich hoch sind die Kursverluste des MDAX und TECDAX. Auch die asiatischen Märkte reagierten auf die Krim-Krise mit Kursverlusten. Der Nikkei-Index sank um 1,3 Prozent auf 14.652 Punkte. Eine weitere Belastung stellt der starke japanische Yen dar. Ein Dollar kostete mit zeitweise nur noch 101,26 Yen so wenig wie schon lange nicht mehr.