Microsoft-Aktien nach Ballmers Rücktrittsankündigung im Aufwind

Ryanair bleibt trotz Gewinneinbruch optimistischDer Abschied von Microsoft-CEO Steve Ballmer hat sowohl das Unternehmen, als auch die Anleger überrascht. Nachdem der umstrittene Konzernchef vergangenen Freitag ankündigte, seinen Posten innerhalb der nächsten zwölf Monate abzugeben, stieg der Aktienkurs des Konzerns im Laufe des Handelstages um 7,19 Prozent auf 34,76 Dollar an. Wer seinen Posten nach einer geregelten Übernahme einnehmen wird, ist indes noch unklar.

Steve Ballmer kündigte vergangenen Freitag seinen Rücktritt als CEO von Microsoft an, den er als Nachfolger von Bill Gates dreizehn Jahre lang innehatte und sorgte damit am Markt für positive Reaktionen. Noch während des Handelstages stieg der Aktienkurs um über sieben Prozent an, im nachbörslichen Handel gab es einen weiteren leichten Kursanstieg.

Unter Ballmers Führung verlor Microsoft stetig an Wert. Derzeit liegt die Marktkapitalisierung von Microsoft bei etwa 270 Milliarden Dollar. Als er 1999 die Führung übernahm, waren es noch 600 Milliarden. Schuld daran sind vor allem falsche Entscheidungen bezüglich der Unternehmensausrichtung und das Verpassen wichtiger Entwicklungen auf dem Markt. So verpasste Microsoft beispielsweise die Entwicklung im Smartphone-Bereich, als man die Bedeutung des iPhones zur Markteinführung 2007 vollkommen unterschätzte und derartigen Geräten „keine Chance“ einräumte.

Schlechtester CEO 2012

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat Ballmer 2012 als den schlechtesten CEO bezeichnet und verkündet, dass er eine Belastung für den Aktienwert und die Mitarbeiter des Konzerns sei. „Er hat Microsoft nicht nur im Alleingang aus einigen der am schnellsten wachsenden und lukrativsten IT-Märkte (Mobile, Musik, Smartphones, Tablets) herausgesteuert, sondern in der Folge auch Wachstum sowie Gewinn seiner Firma und von `Ökosystem‘-Unternehmen wie Dell, Hewlett-Packard und Nokia geopfert“ urteilte das Magazin damals.

Tatsächlich gesteht Ballmer ein, in seiner Amtszeit viele falsche Entscheidungen getroffen zu haben. Ballmer, dessen Anteil an Microsoft-Aktien ungefähr 11,5 Milliarden Dollar wert ist, bezeichnete in einem Interview mit Bloggerin und Microsoft-Expertin Mary Jo Foley Windows Vista als den größten Fehler seiner Amtszeit. Er hat es schlicht nicht geschafft, die Entwicklung stringent voran zu treiben und auf einer geraden Linie zu halten. Vista floppte bei Markteinführung und galt als eines der schlechtesten Windows-Betriebssysteme aller Zeiten, weshalb vor allem Firmen größtenteils weiterhin auf Windows XP setzten oder auf Windows 7 warteten, welches so geworden ist, wie Vista schon hätte sein sollen.

Mit neuem CEO zum Neubeginn

Obwohl die Rücktrittsankündigung Ballmers durchgehend positiv aufgenommen wurde, blickt er stolz auf seine Karriere bei Microsoft zurück, denn immerhin habe man dafür gesorgt, dass sich Computing-Technologien in den Achtzigern und Neunzigern so weit entwickelt und verbreitet haben, dass mittlerweile mehr als eine Milliarde Menschen Zugang zu Computern und noch mehr zu Mobiltelefonen haben. Den von ihm initiierten Konzernumbau unter dem Titel „One Microsoft“ wird nun eine andere Person weiterführen müssen.

Der Wechsel an der Spitze soll überlegt und gesittet geregelt werden. Ballmer ist bereit, den Posten jederzeit zu räumen, will aber nicht länger als ein Jahr damit warten. Noch ist absolut unklar, wer neuer CEO bei Microsoft wird. Insider spekulieren über einen internen Kandidaten wie Skype-Chef Tony Bates, Marketing-Chefin Tami Reller oder COO Kevin Turner. Aber auch andere Namen fallen in der Diskussion häufiger, beispielsweise Stephen Elop, CEO bei Nokia oder Facebook-COO Sheryl Sandberg.