Ratingagenturen drohen Russland mit Herabstufung

Die westlichen Sanktionen gegen Russland zeigen erste Auswirkungen. Nach Standard & Poor’s droht nun auch die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes herabzustufen. Die wirtschaftlichen Aussichten werden nun nicht mehr als stabil, sondern negativ bewertet. Zudem haben die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard sämtliche Zahlungstransaktionen für Kunden der russischen Bank Rossija eingestellt.

Russland bekommt die ersten Auswirkungen der westlichen Sanktionen zu spüren. Nach der Annexion der Krim, die weiterhin als Bruch des internationalen Völkerrechts angesehen wird, beschloss die Europäische Union, Einreiseverbote für bestimmte Personen, die dafür verantwortlich sein sollen zu verhängen und deren Konten einzufrieren. Ähnliche Schritte unternahmen die USA, die die Personenliste für ihr Gebiet noch ausweitete. Die amerikanische Regierung ließ nicht nur private Konten einfrieren, sondern sperrte auch das amerikanische Vermögen der russischen Bank Rossija. Weder amerikanische Unternehmen, noch Einzelpersonen, dürfen derzeit Geschäfte mit Rossija machen.

Visa und Mastercard stellen Zahlungstransaktionen ein

Die Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard haben daraufhin sämtliche Zahlungstransaktionen für Kunden von Rossija eingestellt. Damit reagierten die Unternehmen auf die amerikanischen Sanktionen gegen das Finanzunternehmen. Die USA begründen das Einfrieren des Bankvermögens damit, dass sich darauf bedeutende Teile der Vermögen wichtiger Vertrauter Putins befänden. Russlands Präsident Wladimir Putin selbst steht nicht auf der Liste der sanktionierten Personen. Sanktionen direkt gegen ein Staatsoberhaupt zu verhängen, gilt als Affront und ist äußerst ungewöhnlich. An seiner Stelle traf es viele Personen, die ihm im russischen Machtapparat sehr nahe stehen.

Rossija selbst hat auf verkündet, die Bank funktioniere trotz der Transaktionseinstellungen von Visa und Mastercard weiterhin planmäßig und werde ihre Pflichten weiterhin erfüllen. Zudem arbeite man an der Beseitigung des Problems. Die russische Zentralbank stellte sich hinter die Rossija und sicherte ihr Unterstützung zu. Zudem beteuerte der stellvertretende russische Finanzminister Alexej Moiseew erneut, dass weder die Krim-Krise, noch die neuen verhängten Sanktionen, bisher schwere Folgen für den russischen Finanzsektor hätten.

Die russische Börse schwächelt

Die Märkte scheinen die Bewertung Moiseews nicht zu teilen. Beide russischen Leitindizes starteten am Morgen mit starken Verlusten. So fiel der RTS-Index, an dem in Dollar gehandelt wird, im frühen Handel um etwa 3,6 Prozent. Auch der MICEX, an dem Aktien in Rubel gehandelt werden, gab um etwa drei Prozent nach. Das Minus an den russischen Börsen beträgt in diesem Monat bisher etwa zehn Prozent.

Allgemein wird derzeit viel Geld aus Russland abgezogen. Die angekündigten Wirtschaftssanktionen sorgen für Nervosität auf den Märkten. Laut Medienberichten bemühen sich westliche Banken momentan verstärkt, sich russischer Kredite zu entledigen. Viele Banken bieten derzeit auf dem Kreditmarkt Kredite russischer Banken und Unternehmen zu sehr guten Preisen an. Darunter sind auch sehr viele Kredite, die derzeit noch sehr gut laufen und sich für die Banken eigentlich lohnen.