Angst vor dem schwarzen Montag – Europa auf dem Weg zur eigenen Ratingagentur
In Zeiten der Not sind Freunde rar. Und so war der französische Wirtschaftsminister François Baroin mit seiner Einschätzung ziemlich allein. „Frankreich hat ein uneingeschränktes Vertrauen in die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft“, gab er zu Protokoll, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s den USA am Sonnabend die höchste Bonitätsstufe aberkannt hatte. Sein deutscher Amtskollege Philipp Rösler teilt das „uneingeschränkte Vertrauen“ offenbar nicht. Jedenfalls ließ der Vize-Kanzler und FDP-Chef am Wochenende nur erklären, dass er sich nicht äußere. Aus anonymen Regierungskreisen verlautete flankierend, „einfach mal die Klappe halten“ sei das Gebot der Stunde.
Dem politischen Berlin ist nur zu bewusst, wie dramatisch die Lage ist. Vertrauen in die USA gehe verloren, und die höhere Zinslast werde das Wachstum der USA und der Weltwirtschaft dämpfen. Insofern ist das ein Vorgang, nach dem man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann.
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