Nachdem in den verschiedensten Medien über die Pläne, Sieger und Verlierer philosopiert wurde bzgl. des nicht erfolgten Kaufs von Yahoo durch Microsoft möchte der Finanzblog dem natürlich in nichts nachstehen.
Sicher, Microsoft ist bei seiner Partnerin für eine Zweckehe abgeblitzt, aber das wäre sowieso ein teures und vermutlich kurzfristiges Vergnügen gewesen. Bedenkt man allein die Komplexität einer Suchmaschine und nur ihrer Datencenter, so zeigt dies schon, dass eine Ehe zwischen den beiden Firmen eher einer Vollbremsung gleich gekommen wäre.
(Allein Microsoft wächst grob geschätzt um ca. 10000 Server pro Monat! Von Yahoo mal ganz abgesehen…)
Microsoft macht zwar keinen großen Schritt in Richtung Google, aber warum auch? Selbst Google ist die Nachhaltigkeit seines Konzeptes erst noch schuldig. Davon einmal abgesehen, dass der Vergleich vom Verhältnis zwischen Microsoft und Google oft ziemlich hinkt. Unternehmerisch sind dies nicht Geschwister der Mutter Internet, sondern eher zwei entfernte Verwandte.
Geht man vom folgenden Modell des Unternehmenszykluses aus, so ist Google unternehmerisch noch in der Jugendphase und Microsoft sehr deutlich bereits in der Erwachsenenphase. Google müsster eher einmal schauen, wie “der Ältere” mit Problemen wie z.B. dem War for Talents umgeht, da auch Google kein smartes Start-Up mehr ist.
Es würde derzeit auch wenig Sinn machen für Microsoft Facebook zu kaufen. Sie haben bereits ihren Fuß in der Tür mit dem gekauften Anteil in letzten Jahr, ähnlich wie sich Google bei AOL positioniert hat. Schon allein aus kartellrechtlichen Gründen sollte da bei vorsichtig sein bei angestrebten Komplettübernahmen. (Deshalb wird Google auch nicht Yahoo übernehmen.)
Für Microsoft würde es doch viel mehr Sinn machen, sich näher bei Firmen wie Sourceforge oder auch Ask.com zu positionieren. Das Internet ist so schnelllebig, da sollte man lieber in junge, innovative Unternehmen mit marktfähigen Geschäftmodellen investieren, als in solche, die dem Marktführer hinterherschleichen.