Es hat bislang für großen Wirbel gesorgt – das Desertec-Projekt. Es klingt gigantisch: Strom für Europa, der in der Wüste Afrikas durch riesige Solarfelder gewonnen wird. Doch jetzt könnte das Projekt unerwartete Konkurenz bekommen. Nicht durch Atom-, Kohle- oder andere Gaskraftwerke, sondern durch einen möglichen neuen Standort. Politiker und Unternehmer wollen nämlich mit Solarkraftwerken die Wirtschaft in den wankenden Euro-Ländern auf Trab bringen.
Gewissermaßen könnte also das Wüstenstrom-Projekt Desertec oder zumindest die Idee hierfür nordwärts wandern und auf dem Kontinent bleiben: Hatte die von deutschen Konzernen maßgeblich getragene Industrieinitiative bisher die Wüste in Nordafrikas Ländern als Standorte für die Kollektorfelder und Solarkraftwerke im Blick, bringen Unternehmen und Politiker nun auch EU-Länder wie Griechenland, Italien, Spanien oder Portugal ins Gespräch. Mit Solarstrom aus europäischen Mittelmeerländern ließen sich nämlich „drei Fliegen mit einer Klappe“ schlagen, sagte Christoph Wolff, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium AG, dem „Handelsblatt“.
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