Studentenverzeichnis verkauft

Das Jahr ist noch keine 3 Tage alt und schon ist die erste größere Übernahme der “Next Economy” (oder auch Web 2.0) vollbracht: Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hat seine Minderheitsbeteiligung aufgestockt und sich nun das ganzen Studentenportal StudiVZ einverleibt.

Rund 100 Millionen sollen dabei fließen/geflossen sein, was einem ungefähren Preis von 100 Euro pro User entspricht. Ja, 100 Euro, dafür müsste jeder Xing Premiumuser 17 Monate ersteinmal dem Portal treu bleiben. Es ist also schon ein wenig fraglich, wie man solch einen Betrag wieder einspielen möchte. Sicher, durch Onlinewerbung, aber ob das in diesem Umfang auch wirklich stattfinden?

Interessant zu wissen wäre vor allem, wer noch zu den Bietern gehörte? Bekannte Mediengesellschaften fallen einem da sicherlich einige ein und sogar Facebook.com, sozusagen das Finn Dorset der Studienverzeichnisse, wurde mit einem möglichen Kauf in Verbindung gebracht.

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Datum: 4. Januar 2007, 0:01
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Kategorien: Internet , News

 
 
 

3 Kommentare zu “Studentenverzeichnis verkauft”

  1. Wilfried
    4. Januar 2007 um 11:02

    Ein interessanter Deal – oder sollte man nicht besser sagen, ein interessantes Beispiel – ist die Übernahme von studivz durch Holtzbrinck auf jeden Fall. Betrachtet man die Unternehmensstrategie von Holtzbrinck Networks (“Wir streben den Einstieg bei profitablen B2C-Unternehmen an, die über eine gute Marktposition verfügen und bereits eine gewisse Umsatzgröße erreicht haben. Dabei interessieren uns insbesondere die Geschäftsfelder E-Commerce, Classifieds, E-Travel, E-Learning und E-Gaming.” Quelle: http://www.holtzbrinck-networks.com/index.php?strategie) und den Stand von studyvz (aktuell gibt es keine Ertragsquellen, geplant ist künftig von Onlinewerbung zu leben) sieht man beim neuen Eigentümer eine ziemlich deutliche Diskrepanz zwischen Strategie und Realität. Studivz passt weder in die Geschäftsfelder noch verdient das Unternehmen Geld, geschweige denn, das es profitabel ist. Dafür hat es in jüngster Vergangenheit heftige Kritik, technische Probleme und nicht zuletzt einen deutlichen Einbruch im traffic gegeben (“http://www.alexa.com/data/details/traffic_details?url=studivz.net”).

    Fragt sich der interessierte Betrachter, was da wirklich passiert? Ändert Holtzbrinck spontan seine Geschäftsstrategie und steigt in ganz neuen Dimensionen ein?
    Warum ist studyvz nicht für 120 Mio an Springer gegangen sondern für “deutlich unter 100 Mio” an Holtzbrinck? Beide Angaben – der Kaufpreis von Holtzbrinck noch das Interesse von Springer in dieser Grössenordnung – sind nicht mehr als unbestätigte Gerüchte.

    Als sichere Fakten bleiben: ein Unternehmen ohne Ertrag, dafür mit Problemen und ein als rational geltender Investor der bislang eher in kleineren Dimensionen agiert und seinen Fokus nach eigenem Bekunden auf anderen Feldern hat.
    Da könnte dem einen oder anderen Betrachter der Gedanke kommen, das die komplette Übernahme durch Holtzbrinck vor allem dazu dient, dieses Investment möglichst schnell zu realisieren, bevor es an Wert verliert. Oder – freundlicher formuliert – man macht die Braut noch durch eine gut gestreute Kaufsumme hübsch, damit man sie schnell und ertragreich verkauft.
    Wer den Markt unaufgeregter betrachtet, kann bei diesem Deal derzeit wohl nur zwei Parteien uneingeschränkt gratulieren:
    - Den Gründern von studivz – ganz egal, wieviel sie wirklich für ihre Anteile bekommen haben. Es war fraglos besser jetzt noch Kasse zu machen.
    - Springer – weil sie studyvz nicht bekommen haben.

  2. finanzweblog
    6. Januar 2007 um 19:38

    Eine interessante Auflistung der derzeitigen Beteiligungen von Holtzbrinck gibt es hier zu sehen:
    http://www.azrael74.de/?p=1154

    U.a. sind sie sehr stark an parship beteiligt. Ob jetzt jedem Singelstudenten für das Datingprotal ein Account angeboten wird?

  3. Wirtschafts- und Finanzblog - » Telekom reagiert
    15. September 2007 um 01:53

    [...] Holtzbrinck kauft StudyVZ [...]

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