Dread Disease Versicherung entwickelt sich zur BU-Alternative 1

Dread Disease Versicherungen

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Für viele Verbraucher stellt sich immer wieder die Frage, „bin ich genug und optimal abgesichert, wenn es um Risiken hinsichtlich meines Einkommens- bzw. meiner Erwerbsfähigkeit geht oder kann ich noch mehr für die Vorsorge machen?“ Neben der klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gibt es inzwischen auch Alternativen, wenn diese eventuell nicht ausreicht oder aber auch zu teuer ist.

Die Dread Disease Versicherung sichert den Versicherungsnehmer wie der Name schon sagt, im Falle einer schweren Krankheit ab. Diverse vorher definierte Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Alzheimer, Schlaganfall und weitere schwere Krankheiten werden im Falle einer Diagnose durch die Versicherung abgedeckt und mit einer vorab festgelegten Summe ausbezahlt.

Experten sehen Alternative

Auch bei Experten finden Dread Disease Versicherungen als Alternative zur BU durchaus anklang, ebenso wie bei der Stiftung Warentest. (Test von 2014) Erst 1993 in Deutschland eingeführt, verzeichnet diese spezielle Versicherung 2011 bereits 150.000 abgeschlossene Verträge.

Hinsichtlich der Produktnamen und Inhalten einer Dread Disease Police sollte man sich im Detail anschauen, was alles abgesichert ist. Der Markt bietet inzwischen eine Vielzahl von unterschiedlichen Produkten, die in die gleiche Richtung gehen, wie z.B.: Grundfähigkeitsversicherung, Funktionsinvaliditätsversicherung (FIV) oder auch Critical-Illness (CI) Versicherung.

Dread Disease Versicherungen sind besonders für Personen interessant, die aufgrund von Vorerkrankungen keine oder nur eine eingeschränkte und sehr teure Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können. Für junge und gesunde Menschen ist eine BU meist sinnvoll und bezahlbar, doch wer einen ungesunden Lebensstil pflegt und vielleicht schon mal Gelenkoperationen oder eine Krebserkrankung hatte, hat es schwer, eine auch nur halbwegs akzeptable BU zu finden.

Die Gesundheitsprüfung bzw. Aufnahmebedingungen sind bei Dread Disease Versicherungen deutlich weniger streng. Die Wahrscheinlichkeit, trotz medizinischer Vorgeschichte eine günstige Dread Disease Versicherung abschließen zu können, ist weitaus größer als eine günstige BU zu bekommen.

Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov hat ergeben, dass 78 Prozent der Deutschen eine BU für sehr wichtig halten. Dennoch planen nur sechs Prozent den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung innerhalb der nächsten 12 Monate. Einer der Hauptgründe für die geringe Abschlussbereitschaft ist der Kostenfaktor. Die Prämien für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind in der Regel relativ hoch.

Gerade für die Personen, die sich eine BU nicht leisten können oder wollen, stellt eine Dread Disease Versicherung eine sinnvolle Alternative dar. Mit der Versicherung gegen schwere Krankheiten ist man zumindest abgesichert, wenn man sein Leben z.B. aufgrund einer Krebsdiagnose, eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts neu ausrichten muss.

Freiberufler und Selbstständige sind eine weitere wichtige Zielgruppe für DD-Versicherungen. Ihren Lebensunterhalt erwirtschaften sie rein durch ihre Arbeitskraft. Als Selbstständige unterliegen sie nicht der Versicherungspflicht und zahlen keine Beiträge in die gesetzliche Renten- und Pflegeversicherung ein, weswegen sie im Falle einer schweren Erkrankung oder Berufsunfähigkeit so gut wie keine staatliche Unterstützung erhalten. Mit einer Dread Disease Versicherung erhalten sie in einem solchen Fall zumindest eine hohe Kapitalausschüttung, mit der sie ihre krankheitsbedingten wirtschaftlichen Ausfälle kompensieren können.

Steigendes Risiko: Schwere Erkrankungen werden oft unterschätzt

Zu den am häufigsten auftretenden schweren Erkrankungen gehören in Deutschland die sogenannten Volkskrankheiten Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs. Diese Krankheiten haben in nahezu allen Fällen schwere menschliche und finanzielle Folgen. Mit einer Dread Disease Versicherung ist man in diesen und anderen Fällen zumindest finanziell abgesichert. Das Risiko einer derartigen Erkrankung wird allerdings stets unterschätzt.

Tatsächlich erkranken in Deutschland im Schnitt jährlich rund 350.000 Menschen an Krebs. 300.000 Menschen erleiden einen Herzinfarkt, 200.000 einen Schlaganfall. Das sind bereits 850.000 Krankheitsfälle pro Jahr. Umgerechnet sind somit in jedem Jahr mehr als ein Prozent der Bevölkerung Deutschlands betroffen. Von 100 Menschen erleidet pro Jahr also mindestens einer einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Krebserkrankung.

Erweitert man die Statistik und berücksichtigt die fünf häufigsten schweren Erkrankungen, steigt die Zahl der Betroffenen auf über 1,1 Millionen pro Jahr. Das sind rund 1,4 Prozent. Dread Disease Versicherungen versichern nicht nur diese fünf Erkrankungen, sondern auch, je nach Tarif, noch viele weitere lebensverändernde Ereignisse. Dazu zählt beispielsweise der Verlust von Gliedmaßen oder Sinnen wie Hören und Sehen.

Die meisten Dread Disease Versicherungen ersetzen darüber hinaus auch eine Lebensversicherung, sodass die Hinterbliebenen nicht mit leeren Händen dastehen, wenn der Versicherungsnehmer verstirbt. Gute Anbieter leisten diese Hinterbliebenenabsicherung auch, wenn der Todesfall in keinerlei Zusammenhang mit einer der versicherten Krankheiten eingetreten ist.


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Ein Gedanke zu “Dread Disease Versicherung entwickelt sich zur BU-Alternative

  • WorksiteNews Christoph

    Hi Maximilian,

    danke für diesen interessanten Artikel! Decken denn normale Versicherungen diese Krankheiten denn nicht ab? Und inwieweit ist der Schutz der Hinterbliebenen besser, als wenn man eine Lebensversicherung hat? Und weißt du, ob die Vorbedigungen für eine solche Versicherung von Vorerkrankungen in der Familie abhängen – bzw. Vorerkrankungen in die Kosten dann mit einfließen?

    Viele Grüße

    Christoph