EEG-Umlage steigt 2015 auf 7 Cent

Die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wird für das Jahr 2014 6,24 Cent pro Kilowattstunde betragen. Laut einer aktuellen Prognose der Netzbetreiber wird der Strompreis im Jahr 2015 noch weiter steigen und zwar auf bis zu sieben Cent. Bereits im kommenden Jahr kommen durch die Umlage für einen Durchschnittshaushalt Extrakosten von 250 Euro zu. Diese Mehrkosten könnten im Jahr 2015 auf bis zu 280 Euro ansteigen.

Mit der EEG-Umlage finanzieren die Verbraucher die Energiewende. Die Höhe der Umlage ist abhängig von der Produzierten Energiemenge aus erneuerbaren Quellen wie Wind- oder Wasserkraft. Die Betreiber entsprechender Anlagen verfügen über eine Abnahmegarantie zum Festpreis. Das bedeutet, dass sämtlicher produzierter Biostrom aufgekauft wird und an den Strombörsen gehandelt werden kann.

Teurerer Strom trotz sinkender Preise

In diesem Jahr produzierten insbesondere Photovoltaikanlagen sehr viel Strom. Daraus resultierte ein niedriger Strompreis an der Börse, da sehr viel Energie zur Verfügung stand. Die Differenz zwischen dem tatsächlichen Strompreis und dem garantierten Abnahmepreis für Ökostrom wird über die EEG-Umlage auf die Verbraucher abgewälzt. Es kommt folglich zu dem Paradoxon, dass die Stromkosten für den Verbraucher steigen, obwohl der Strompreis an den Strombörsen in den Keller rauscht. Diese Ersparnis wird von den Stromkonzernen jedoch nicht an den Verbraucher weitergegeben.

Dass die Umlage für das Jahr 2014 um 20 Prozent auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde steigt, ist bereits bekannt. Im Vergleich zum aktuellen Jahr ist für einen Durchschnittshaushalt mit Mehrkosten von etwa 250 Euro zu rechnen. Eine Studie der Netzbetreiber hat nun ergeben, dass die Umlage im Jahr 2015 zwischen 5,85 und 6,86 Cent liegen wird. Da die Prognosen der Netzbetreiber in der Regel zu optimistisch sind, ist damit zu rechnen, dass die Umlage etwa sieben Cent betragen wird, wodurch die Energiekosten eines Durchschnittshaushalts erneut um 30 Euro auf etwa 280 Euro steigen dürften. Dies scheint realistisch, denn die Prognose für 2014 ging von einer Umlagehöhe von 5,74 Cent aus, nicht von 6,24 Cent.

Die Politik möchte die Strompreise dämpfen

Die steigenden Strompreise sind natürlich auch Thema der derzeitigen Koalitionsverhandlungen. Bisher wurde eine Reihe von Reformen in das Koalitionspapier aufgenommen, welche ab 2015 greifen sollen. Auch die EU-Kommission setzt sich für preissenkende Reformen ein. Derzeit untersucht sie die Privilegien für die Industrie. Besonders energieintensive Unternehmen sind derzeit von der EEG-Umlage befreit. Die Einsparungen der Industrie liegen bei geschätzten vier Milliarden Euro, welche letztendlich von den Endverbrauchern über die Umlage finanziert werden.

Aber auch weitere Aspekte der Energiewende lassen die Strompreise steigen. Verzögerungen und Mängel beim Netzausbau sorgen dafür, dass insbesondere im Winter der Strom in einigen Regionen knapp werden könnte. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerken schwankt die produzierte Energiemenge aus Solar- und Windkraftanlagen je nach Wetterlage. Wird zu wenig Energie produziert, muss Energie aus Reservekraftwerken ins Netz eingespeist werden, um die Versorgung sicherzustellen. Da jedoch viele Kraftwerke abgeschaltet werden, sind die Netzbetreiber verpflichtet, für den energieintensiven Winter eine Stromreserve anzulegen, indem sie Kraftwerke im In- und Ausland anmieten. Die Mietkosten werden von den Anbietern auf die Verbraucher entsprechend umgelegt.

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