Facebook vor Kauf des Drohnenherstellers Titan Aerospace

Das Soziale Netzwerk Facebook ist weiter auf Einkaufstour. Nach der Übernahme des Kurznachrichtendienstes WhatsApp, soll das Unternehmen in Kürze den Drohnenhersteller Titan Aerospace kaufen. Facebook möchte angeblich 11.000 Drohnen bauen, die ähnlich wie Satelliten funktionieren und als Einwahlstationen ins Internet dienen. Geplant ist der Einsatz vor allem in den Teilen Asiens und Afrikas, in denen über vier Milliarden Menschen immer noch keinen Internetzugang haben.

Die weltweite Verbreitung des Internet ist das große Ziel für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Um die soziale Vernetzung der gesamten Menschheit zu fördern, kaufte er neulich den beliebten Messenger-Dienst WhatsApp für stattliche 19 Milliarden Dollar. Nun berichten Insider davon, dass Facebook an dem Kauf des Drohnenherstellers Titan Aerospace interessiert ist. Der Kaufpreis soll bei etwa 60 Millionen Dollar liegen. Beide Seiten wollten die Verhandlungen weder bestätigen, noch dementieren.

Drohnen sollen die ganze Welt mit Breitband-Internet versorgen

Titan Aerospace wurde erst im Jahr 2012 von Max Yaney gegründet. Das Unternehmen entwickelt unbemannte Flugkörper, die als drahtlose Einwahlstationen für den Internetzugang dienen sollen. Yaney vermeidet nach Möglichkeit den Begriff Drohnen und bezeichnet die Fluggeräte lieber als „atmosphärische Satelliten“. Die Flieger, von denen Facebook angeblich 11.000 Stück bauen lassen will, befinden sich bereits in der Testphase. Der kommerzielle Einsatz war bisher für 2015 vorgesehen.

Angetrieben werden die Drohnen von Solarenergie. Dabei sollen sie so effizient arbeiten, dass sie in einer Höhe von 20 Kilometern ganze fünf Jahre lang unterwegs sein können, ohne eine einzige Landung durchführen zu müssen. Eingesetzt werden sollen sie vor allem in Regionen, in denen es keinen flächendeckenden Internetzugang gibt. Zuckerberg spricht davon, die über vier Milliarden Menschen, immerhin zwei Drittel der Weltbevölkerung, mit günstigem Breitbandinternet versorgen zu wollen. Die größten „Offline-Regionen“ befinden sich in Asien und Afrika.

Billiger als WhatsApp

Im Gegensatz zu WhatsApp wäre der Kauf von Titan Aerospace ein wahres Schnäppchen. Der Kauf von WhatsApp zielte vor allem auf weitere Nutzerdaten ab. Mit dem nun geplanten Projekt würde Facebook innerhalb kürzester Zeit über vier Milliarden potenzielle Neukunden erschließen. Die Übernahme würde auch sehr gut zu der Strategie von Internet.org passen. Das ist der Name einer Initiative mehrerer Technologiekonzerne, die das Ziel hat, das Internet weltweit zu verbreiten. Facebook war Mitbegründer der Initiative.

Die geplante Übernahme ist auch als Angriff auf Google zu verstehen. Beide Unternehmen bieten sich derzeit Bieterschlachten beim Erwerb zahlreicher Technologieunternehmen. So war Google ebenfalls an WhatsApp interessiert, Facebook unterlag dagegen bei Googles Übernahme von Deepmind. Zudem steht das Projekt in direkter Konkurrenz zu Googles „Project Loon“. Google entwickelt derzeit in seinem Forschungslabor Google X Ballons, die in der Stratosphäre schweben und genau wie die Drohnen von Titan Aerospace als mobile Einwahlknoten ins Internet dienen sollen.