IFW senkt die Wachstumsprognose für Deutschland drastisch

IWF senkt Wachstumsprognose für Deutschland drastischDer Internationale Währungsfonds (IWF) stellt Deutschland und dem Rest der Welt in seinem aktuellen Weltwirtschaftsbericht keine rosige Zukunft in Aussicht. Der deutschen Wirtschaft prognostiziert der IWF in diesem Jahr ein Wachstum von nur 0,3 Prozent und halbiert damit die Erwartungen des letzten Berichts. Auch für kommendes Jahr werden die Erwartungen gesenkt. Hatten die Wirtschaftsforscher im April noch 1,4 Prozent Wachstum vorhergesagt, werden nun nur noch 1,3 Prozent erwartet.

Christine Lagarde, Direktorin des IWF, geht mit Europa und insbesondere Deutschland hart ins Gericht. Dabei kritisiert sie nicht nur die Bundesregierung, sondern auch den allgemeinen deutschen Pessimismus. Sie forderte die Regierung auf, von den Sparplänen abzurücken. Deutschland gehöre zu den Staaten, die sich Investitionen leisten könnten. Investitionen und Steigerung von Ausgaben würden die Nachfrage im eigenen Land ankurbeln und so die Wirtschaft wieder stärken. Den „Mangel an Zuversicht“ kritisiert auch Olivier Blanchard, seines Zeichens Chefvolkswirt des IWF.

Erst neulich veröffentlichte das statistische Bundesamt  eine neue Statistik, laut der die deutschen Exporte im Mai um 2,4 Prozent zurückgegangen waren. Einen solchen Einbruch hat es seit 2009 nicht mehr gegeben. Trotzdem gibt sich das Wirtschaftsministerium zuversichtlich und rechnet mit einem Wiedererstarken des Marktes im zweiten Quartal dieses Jahres. Der allgemeine Wirtschaftstrend zeigt weiterhin nach oben und der Konsumklimaindex ist so hoch wie zuletzt im September 2007.

Aber nicht nur Deutschland steht in der Kritik. Laut des Berichts sei es dringend notwendig, dass die Eurozone die Bankenkrise in den Griff bekommt und somit die Stabilität der europäischen Finanzmärkte wieder herstellt. Auch eine Reform der Güter- und Arbeitsmärkte wird empfohlen, um neue Jobs zu schaffen. Die vereinigten Staaten von Amerika werden von dem IWF ebenfalls aufgefordert, ihre Sparpolitik zu überdenken, um das Wachstum nicht kaputt zu sparen. Besonders die Schwellenländer wie Mexiko oder Afghanistan sind auf ausländische Investitionen, auch der USA, angewiesen.