Schöner Juli treibt Ökostrom-Umlage und Strompreise in die Höhe

Im Juli dieses Jahres wurde deutlich mehr Solarenergie produziert, als vorher prognostiziert wurde. Produzierte erneuerbare Energie wird den Produzenten zu einem garantierten Festpreis im Zuge der Ökostrom-Förderung abgenommen. Die Menge war nun allerdings so hoch, dass das Förderkonto im Juli ein Defizit von 1,75 Milliarden Euro aufwies. Die Prognose bezüglich der Höhe der EEG-Umlage für die Verbraucher für das Jahr 2014 steigt dadurch laut aktueller Prognose auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde, wodurch der Strompreis steigt.

Das sonnige Wetter im Juli wird sich im kommenden Jahr finanziell für jeden Verbraucher negativ bemerkbar machen. Die ungewöhnlich hohe Anzahl an Sonnenstunden sorgte dafür, dass Solaranlagen deutlich mehr Energie produzierten, als zuvor angenommen. Diese Energie wird zu einem bestimmten Festpreis garantiert aufgekauft und steht dem Energiemarkt zur Verfügung. Jedoch sorgt das Vorhandensein von viel Energie dafür, dass die Preise an der Strombörse sinken.

Die Differenz zwischen dem Strompreis an der Börse und dem garantierten Abnahmepreis wird von den Verbrauchern über die Ökostromumlage ausgeglichen. Diese wird von den Netzbetreibern gegen Ende September endgültig berechnet und festgelegt. In diesem Jahr beträgt die Umlage 5,3 Cent pro Kilowattstunde. Laut aktueller Prognose wird die Umlage auf 6,24 Cent steigen. Vor dem Bekanntwerden der Zahlen vom Juli ging man noch von 6,12 Cent aus. Manche Quellen sprechen gar von einer Erhöhung auf über sieben Cent pro kWh.

Kein Ende der Erhöhungen in Aussicht

Es gibt derzeit keine konkreten Anzeichen, dass die Strompreise an der Börse im kommenden Jahr wieder steigen werden, so dass auch 2014 mit einer weiteren Erhöhung der EEG-Umlage zu rechnen ist. Der Ausbau von Photovoltaikanlagen, Biomassekraftwerken oder Windkraftparks geht schließlich weiter und ist mit Kosten verbunden, die dem Verbraucher in Rechnung gestellt werden. Neue Anlagen und Kraftwerke zur Gewinnung von Ökostrom bedeuten natürlich, dass mehr davon produziert wird. Ändert sich nichts an dem Fixabnahmepreis, ist eine weitere Erhöhung der Umlage unausweichlich.

Verbraucherschützer kritisieren dabei, dass die EEG-Umlage stets in quasi vollem Umfang an den Verbraucher weitergegeben wird, sinkende Preise an der Strombörse dagegen nicht. Dort sind die Preise aufgrund der Überproduktion an Solarenergie derzeit ziemlich niedrig. Das Dilemma ist dabei, dass die EEG-Umlage wegen des festgeschriebenen Fixpreises für die Abnahme von Ökostrom automatisch steigt, wenn der Börsenstrompreis sinkt.

Politische Preisbremse ist möglich

Interessant wird das Thema im Wahlkampf, denn die Bekanntgabe der neuen Umlage fällt auf Anfang Oktober und somit in die Zeit kurz nach der Bundestagswahl. Die Inflation der Strompreise für die Endkunden könnte durch politische Mittel gestoppt oder zumindest gebremst werden. Denkbar wäre eine Senkung des Abnahmepreises von Ökostrom oder Änderungen bei den Ausnahmeregelungen für Industriebetriebe.

In diesem Jahr sind allein 2.245 Betriebe komplett von der EEG-Umlage befreit, wodurch diese insgesamt rund vier Milliarden Euro einsparen, die nicht auf das Ökostromförderkonto eingezahlt werden. Diese vier Milliarden Euro fließen in die Umlage für die Privathaushalte ein und werden vom Verbraucher bezahlt.