Zeitplan bis zur Eröffnung des BER soll im Oktober feststehen

Zeitplan bis zur Eroeffnung des BER soll im Oktober feststehen

Quelle: Björn Roll, Flughafen Berlin Brandenburg

Es gibt immer noch keinen neuen Eröffnungstermin für den Berliner Großflughafen BER. Aufgrund diverser baulicher Mängel, besonders im Bereich der Rauchabzugsanlage, ist die Eröffnung bereits mehrmals verschoben worden. Horst Amman, Technikchef des Flughafens, hat nun die Bestandsaufnahme der Mängel abgeschlossen. Nach ausgiebiger Analyse sollen die Ergebnisse am 30. September vorgelegt und am 25. Oktober ein endgültiger Zeitplan präsentiert werden.

Flughafensprecher Ralf Kunkel bestätigte laut eines Berichts des „Focus“, dass die Bestandsaufnahme der Mängel und Fehlplanungen des Großflughafens durch Technikchef Horst Amann nach mehreren Monaten endlich abgeschlossen sei. Bis zum 30. September soll die Auswertung des Berichts dauern. Anschließend sollen in der Aufsichtsratssitzung am 25. Oktober ein neuer Zeitplan für die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Flughafens vorgestellt werden.

Hauptproblem Rauchanlage

Die Anlage, die im Brandfall den Rauch aus dem Terminal absaugen soll, ist nach wie vor das Hauptproblem der Baustelle BER. Die fehlerhafte Anlage war unter Anderem einer der Hauptgründe für die vorherigen Terminverschiebungen und die dadurch entstandenen Mehrkosten, die sich auf monatlich bis zu 40 Millionen Euro belaufen. Laut Kunkel soll sich der neue Zeitplan hauptsächlich an dieser Anlage orientieren, da die Reparatur und Fertigstellung sehr zeitintensiv und für die Inbetriebnahme des Flughafens elementar ist.

Zur schnelleren Fertigstellung wurde das Beschleunigungsprogramm „Sprint“ ins Leben gerufen. Für die Rauchanlage sieht dieses Programm eine Aufteilung der Anlage in drei Teile vor, wodurch die Anlage besser beherrschbar werden soll. Wie genau die Teilung und der Rest des Programmes konkret aussehen werden, wird dann voraussichtlich am 25. Oktober bekanntgegeben.

Rätsel um den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden

Aus gesundheitlichen Gründen scheidet der brandenburgische Ministerpräsident Mathias Platzeck (SPD) am 28. August aus dem Amt und legt seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender nieder. Ungeklärt ist bisweilen, wer Platzecks Nachfolge antreten wird. Viele Namen sind im Gespräch, darunter Flughafen-Staatssekretär Rainer Bretschneider. Dieser hatte sich jedoch bisher nicht eindeutig zu dem Thema geäußert und wird am 13. Dezember 65 Jahre alt, womit er die Altersgrenze für Beamte erreicht.

Der Bund wünscht sich einen Wirtschaftsexperten, wie zum Beispiel Hans-Peter Keitel, seines Zeichens ehemaliger Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie. Ebenfalls zur Debatte steht erneut der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender. Platzeck wollte Bender schon früher verpflichten, scheiterte damit aber an Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, weil dieser nicht bereit war, Bender 2.500 Euro Tagessatz plus Spesen als Berater zu zahlen. Vom Tisch ist die Personalie Bender laut einer Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums nicht. Zwar äußerte sie sich nicht öffentlich zu der Personaldiskussion, sagte aber, dass „der Ball im Spielfeld des Landes Brandenburg“ liegt.