Billigflieger Ryanair bleibt trotz Gewinneinbruch optimistisch

Ryanair bleibt trotz Gewinneinbruch optimistischDie weltgrößte Billigfluggesellschaf Ryanair musste im abgelaufenen Geschäftsquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Gewinnrückgang von 21 Prozent verkraften, so dass ein Gewinn von nur 78 Millionen Euro in den Büchern steht. Schuld an dem Rückgang sind laut Ryanair die hohen Kerosin- und niedrigen Ticketpreise. Unternehmenschef Michael O’Leary gibt sich aber trotzdem optimistisch und hält an den Erwartungen an das Geschäftsjahr 2013/14 fest.

Der Gewinnrückgang der irischen Fluglinie Ryanair kam für die Analysten nicht überraschend. Die Preise für Kerosin bewegen sich stetig auf hohem Niveau und der hart umkämpfte Markt im Bereich billiger Flugreisen zwingt das Unternehmen, seine Tickets zu niedrigen Preisen anzubieten. Zusätzlich schmälerten Streiks der Flugsicherung in Frankreich den Gewinn, neben der, durch die allgemeine wirtschaftliche Situation verursachten, niedrigeren Nachfrage an Flugreisen.

Trotz des Gewinnrückgangs konnte das Unternehmen den Umsatz um fünf Prozent auf 1,34 Milliarden Euro steigern, wodurch die Markterwartungen vollends erfüllt wurden. O’Leary hält trotz des Rückgangs am prognostizierten Jahresendergebnis von 570 bis 600 Millionen nach Steuern fest. Dies begründet er mit neuen Angeboten, Flugrouten und den Einsparungen der Konkurrenz

Dank der Konkurrenz weiter auf Kurs

Viele andere große Fluglinien wie British Airways oder Air France-KLM stellten aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit viele Kurzstreckenverbindungen ein. Hier sieht Ryanair eine Chance, im Laufe des Jahres deutlich mehr Kunden für sich zu gewinnen. Ryanair und der britische Konkurrent Easyjet wollen die entstandenen Lücken füllen und eine Vielzahl neuer Flugrouten schaffen.

Allein die Ankündigungen der Flugroutenreduzierung durch British Airways und Air France-KLM hatten zuvor den Aktienkurs der Billigfluglinien in die Höhe schnellen lassen.

Neue Geschäftsmodelle in Planung

Nicht nur neue Flugrouten sollen den Gewinn wieder steigern, sondern auch Veränderungen im Geschäftsmodell. Laut O’Leary  sind viele Kunden bereit, für eine Reservierung der Sitzplätze im Vorfeld zu bezahlen. Das spült zum Einen mehr Geld in die Kassen, macht die Reise für die Fluggäste aber gleichzeitig auch angenehmer, da der Ansturm auf die besten Plätze entfällt, so dass das Boarding deutlich entspannter ablaufen sollte.

Auch will sich Ryanair verstärkt auf kleinere Nebenflughäfen konzentrieren. Das vergrößert nicht nur das Liniennetz, sondern verbessert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit, da die Gebühren für die Airline dort niedriger sind, als bei den großen Hauptflughäfen. Aus diesem Grund hat sich Ryanair 2009 auch nach zweijährigem Betrieb aus dem Geschäft in der Schweiz zurückgezogen, da sich die Strecken aufgrund der hohen Flughafengebühren nicht rechneten.