Deutsche Bank meldet Milliardenverlust

Zahlreiche Rechtsstreitigkeiten, schwächelndes Investmentbanking und der Abbau von Altlasten hat dafür gesorgt, dass die Deutsche Bank im vierten Quartal 2013 einen Verlust von etwa 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftete. Zwar kann das Finanzinstitut für das Gesamtjahr 2013 einen Gewinn von 1,1 Milliarde Euro vorweisen und somit das Ergebnis des Vorjahres verdreifachen, verfehlt damit jedoch die Erwartungen der Analysten.

Die Deutsche Bank bekommt die Nachwirkungen der Finanzkrise deutlich zu spüren. Allein die Rechtsstreitigkeiten, welche beispielsweise um die Beteiligung an Manipulationen wichtiger Zinssätze wie dem Libor oder die riskanten Hypothekengeschäfte, die in den USA mit zur Finanzkrise beitrugen, kosteten bisher 2,5 Milliarden Euro. Weitere 2,3 Milliarden Euro sind für noch kommende Prozesse bereits zurückgelegt.

Schwaches Anleihegeschäft und Risikoabbau

Natürlich sind nicht nur die Ausgaben für die juristischen Streitigkeiten für die schlechte Bilanz verantwortlich. Einen besonders starken Einbruch musste die Deutsche Bank im wichtigen Geschäft mit Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren verkraften. Mit 32 Prozent ist der Einbruch dieser Sparte sogar noch größer als der der meisten Bankengrößen in den USA. Auch im Bereich Investmentbanking musste das Finanzinstitut einen Gewinnrückgang von 27 Prozent vermelden.

Weitere Faktoren waren die Kostensenkungs- und Investitionsprogramme der Bank, deren Kosten sich auf eine halbe Milliarde Euro beliefen. Noch teurer war der Abbau der Risiken. Zwar ist die Bilanzsumme der internen „Bad Bank“ im vergangenen Jahr um die Hälfte auf 53 Milliarden Euro zurückgegangen, unterm Strich musste allerdings immer noch ein Verlust von 3,2 Milliarden Euro verbucht werden. Davon fielen 1,1 Milliarden Euro in das vierte Quartal 2013.

2014 wird ein schweres Jahr

Die Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain „erwarten, dass 2014 ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und ihrer disziplinierten Bewältigung sein wird“. Trotzdem sein man „jedoch zuversichtlich, unsere für 2015 gesetzten Ziele zu erreichen“. Tatsächlich richteten Jain und Fitschen die Strategie der Bank auf das Jahr 2015 aus, als sie den Vorstand im Jahr 2012 von Josef Ackermann übernahmen. Trotz des Verlusts im vergangenen Quartal gibt es auch positive Meldungen.

So warf das Geschäft mit Privatkunden, trotz Kosten für Risikovorsorge im Auslandsgeschäft, einen Gewinn von 219 Millionen Euro ab. Insgesamt sanken die Bilanzrisiken im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent. Auch die Verschuldungsquote sank von 3,1 auf 2,6 Prozent. Beinahe erreicht wurde auch das Ziel eines Kernkapital-Polsters von zehn Prozent, welches mit derzeitigen 9,7 Prozent nur knapp verfehlt wurde.