Kein Käufer für BlackBerry

Kein Käufer für BlackBerryDer seit langer Zeit in der Krise steckende Smartphone-Pionier BlackBerry hat die Suche nach einem Käufer abgeblasen. Der Verkauf des Unternehmens schien die letzte Chance auf Rettung zu sein. Nach Bekanntgabe der Meldung brachen die Aktienkurse von BlackBerry ein. Konzernchef Thomas Heins verlässt das sinkende Schiff, der Untergang des einstigen Branchenprimus scheint unaufhaltbar.

Mit neuen Spitzenmodellen und Serviceleistungen wollte Thorsten Heins BlackBerry aus der Krise führen und zu alter Größe heranwachsen lassen. Seit zwei Jahren ist er an der Spitze des ehemaligen Pioniers, hat es aber trotz massiver Anstrengungen nicht geschafft, den Niedergang abzuwenden. Trotz neuer Spitzenmodelle im Bereich der Smartphones und wichtigen Neuerungen bezüglich des eingesetzten Betriebssystems, hat BlackBerry einen Marktanteil von lediglich nur noch 2,7 Prozent.

Mit einer Milliarde Dollar wird Zeit gekauft

BlackBerry ist finanziell noch nicht komplett am Ende. Dank harter Sparmaßnahmen hatte Heins es geschafft, einen Milliardenbetrag als Rücklage zu erwirtschaften, mit dem man versuchen möchte, das Unternehmen wieder auf die Beine zu bringen. Der als unbedingt notwendig angesehene Verkauf von BlackBerry ist zwar gescheitert, jedoch stellen einige Investoren wie Fairfax Financial eine weitere Milliarde Dollar zur Verfügung, wodurch der Konzern noch mehr Zeit gewinnt, in der er sich neu orientieren kann.

Nach dem geplatzten Verkauf hat Thorsten Heins seinen Rücktritt verkündet. Sobald das Geld eingegangen ist, räumt er seinen Posten für John S. Chen. Chen gilt als richtiger Mann für die Position, da er beispielsweise den Software-Konzern Sybase aus einer ähnlichen Schieflage geführt hat. Die Aktionäre reagierten trotzdem äußerst nervös, der Aktienkurs von BlackBerry brach vorbörslich um ganze 19 Prozent ein, im Laufe des Handelstages waren es immer noch 14 Prozent.

Ohne Neuorientierung ist der Absturz besiegelt

Das schwindende Vertrauen der Anleger ist nicht gerade hilfreich dabei, ein derartiges Traditionsunternehmen wieder aufzurichten. Die Smartphone-Sparte ist auf dem absteigenden Ast, nur noch 2,7 Prozent beträgt ihr Marktanteil. Die Marktforscher von IDC prognostizieren sogar, dass der Marktanteil bis 2017 auf nur noch 1,7 Prozent weiter sinken wird. In der jüngsten Absatzstatistik von IDC wird BlackBerry nicht einmal mehr erwähnt.

BlackBerry und Palm waren die Wegbereiter der Smartphones und besonders bei Business-Kunden sehr beliebt, da man schon lange vor dem Boom heutiger Smartphones die Möglichkeit hatte, mit seinem BlackBerry unterwegs E-Mails bearbeiten zu können. Allerdings greift die Zielgruppe mittlerweile fast ausschließlich zu Smartphones mit Android, iOS oder Windows Phone. In den Schwellenländern wird es auch schwer, neue Marktanteile zu gewinnen, denn der Markt für günstige Smartphones wird von preiswerten Android-Smartphones chinesischer Anbieter dominiert. Wohin die Reise gehen wird, ist ungewiss. Neben einer Neuausrichtung steht auch eine vollständige Zerschlagung des Unternehmens zur Debatte.