Steam Machines: Valve liefert bald erste Prototypen an Tester aus

positive EntwicklungAuf Valves Ankündigung eines eigenen Betriebssystems mit dem Namen SteamOS, folgt nun offiziell der Angriff auf den Markt der Spielekonsolen. Valve schlägt dabei einen anderen Weg ein als die großen Konsolenhersteller Microsoft, Sony und Nintendo, denn die „Steam Machines“ wird es mit unterschiedlichen Hardwarekonfigurationen geben. Die Auslieferung der ersten 300 Prototypen an Tester erfolgt in Kürze, als Termin für den Marktstart nannte Valve das kommende Jahr.

Am vergangenen Montag gab Valve bekannt, ein eigenes Betriebssystem namens SteamOS veröffentlichen zu wollen. Das Betriebssystem basiert auf Linux und wird, wie andere Linux-Distributionen auch, kostenlos verfügbar sein. SteamOS ist besonders für Spiele optimiert, was im Bereich der Linux-Distributionen eine Besonderheit darstellt. Bisher erschienen die meisten Computerspiele nur für Windows, was sich mit der Veröffentlichung von SteamOS ändern könnte.

SteamOS wird natürlich auch auf den angekündigten Konsolen von Valve installiert sein. Die so genannten „Steam Machines“ sind keine Konsolen im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich dabei um PCs, die für den Anschluss am heimischen Fernseher im Wohnzimmer optimiert sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Konsolen werden die „Steam Machines“ ebenso offen sein, wie das Betriebssystem. Das bedeutet, dass man die Hardware verändern kann und somit beispielsweise irgendwann eine leistungsstärkere Grafikkarte einbauen könnte.

Valves eigenes Ökosystem

Mit SteamOS und den Steam Machines schafft Valve sich ein eigenes Ökosystem, ähnlich wie Apple mit seinen iOS-Geräten oder Google mit dem Betriebssystem Android. Valve ist durch Spiele wie Portal oder Half-Life berühmt geworden und betreibt mit Steam eine eigene Plattform, über die Spieler PC-Spiele digital erwerben und downloaden können. Dabei bietet Valve nicht nur selbst entwickelte Spiele an, sondern dient auch als Vertriebsweg für etliche andere Spielehersteller.

Valve arbeitet schon länger daran, Steam für den Einsatz im Wohnzimmer zu optimieren und somit als Konkurrent für Konsolen aufzutreten. Ist der Fernseher mit dem Computer verbunden, kann man seit einiger Zeit den „Big Picture Modus“ benutzen, eine Oberfläche von Steam, welche für den Einsatz auf Fernsehern konzipiert ist und die Steuerung der Oberfläche per Gamepad zulässt. Die Entwicklung von SteamOS ist dabei eine konsequente Weiterentwicklung.

Aufwind für Linux als Spieleplattform

SteamOS wird sich ähnlich bedienen lassen wie Steam im Big Picture Modus, soll aber nicht nur darauf reduziert werden. Die Steam Machines sind nicht nur als Konsolenersatz gedacht, sondern als vollwertige Multimediazentralen für das Wohnzimmer. Funktionen zum Streamen von Musik und Filmen im Netzwerk gehören zum Standard, aber auch Internetsurfen und die Nutzung beliebiger Software für Linux sollen möglich sein. Dazu soll nicht nur die Spieleplattform, sondern das gesamte Betriebssystem per Gamepad steuerbar sein. Angeblich arbeitet Steam zudem an weiteren eigenen Controllern, so dass davon auszugehen ist, dass es eigene, für die Nutzung am Fernseher optimierte Eingabegeräte für die Steam Machines geben wird.

Es ist davon auszugehen, dass Linux durch SteamOS für Spieleentwickler generell deutlich attraktiver wird. Laut Angaben von Valve sind von den etwa 3.000 Steam-Titeln bereits mehrere hundert Stück an SteamOS angepasst worden, so dass das Spielangebot zur Markteinführung im kommenden Jahr sehr groß sein dürfte. Über die genauen Hardwarespezifikationen der Steam Machines ist derzeit noch nichts Konkretes bekannt, was sich allerdings demnächst ändern wird. Valve wird noch in diesem Jahr die ersten 300 „Hochleistungsprototypen“ an Tester verschicken. Spätestens dann wird man alles über die Geräte erfahren, da Valve von den Testern nicht einmal eine Verschwiegenheitserklärung fordert.