Winklevoss-Zwillinge planen digitalen Bitcoin-Fonds

Winklevoss-Zwillinge-planen-Bitcoin-FondsDie Geschwister Tyler und Cameron Winklevoss sind spätestens seit dem Rechtsstreit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, durch den sie etwa 60 Million Dollar erhielten, weltweit bekannt. Nun haben sie der amerikanischen Börsenaufsicht Pläne für einen  „Bitcoin-Trust“ vorgelegt, der jedem Menschen ermöglichen soll, in diese digitale Währung zu investieren.

Bitcoins sind eine digitale Währung, die von den Zentralbanken unabhängig ist. Sie entstand als Reaktion auf die Bankenkrise 2009. Geschöpft wird sie durch ein dezentrales Computernetzwerk, an dem sich jeder mit einer entsprechenden Software beteiligen und so selbst Bitcoins erhalten kann.  Jeder Bitcoin verfügt über eine fälschungssichere digitale Signatur und wird in einer vom gesamten Netzwerk betriebenen Datenbank erfasst. Darüber hinaus ist die Geldmenge auf lange Sicht begrenzt und somit vor Inflation geschützt.

Bitcoins lassen sich in reale Währungen umtauschen und sind bereits seit langer Zeit Objekt von Spekulationen. Der Wert eines Bitcoins wird ständig neu berechnet und unterliegt den handelsüblichen Schwankungen. Die Unabhängigkeit von den Zentralbanken und die Tatsache, dass Bitcoins von immer mehr Websites oder Onlineshops als Zahlungsmittel  akzeptiert werden, machen die virtuelle Währung für Investoren interessant.

Die Winklevoss-Zwillinge halten nach eigenen Angaben etwa ein Prozent der sich im Umlauf befindlichen Bitcoins. Durch den „Bitcoin-Trust“ kann jeder unkompliziert in die Netzwährung  investieren. Ausgegeben werden sollen Aktien im Wert von 20 Millionen Dollar. Der derzeitige Wert einer Aktie würde in etwa 20 Dollar betragen. Es ist aber noch unklar, ob die Börsenaufsicht den Fonds genehmigt, da der Handel mit der Netzwährung keiner behördlichen Kontrolle unterliegt.

Transaktionen mit Bitcoins lassen sich nicht rückgängig machen oder zurückverfolgen. Börsenaufsicht und Notenbanken befürchten daher, dass der Fonds vorwiegend zur Geldwäsche benutzt werden könnte. Dass diese Befürchtungen nicht unbegründet sind, zeigt der im Mai dieses Jahres bekannt gewordene Fall des Online-Bezahlsystems Liberty Reserve. Kriminelle sollen darüber Schwarzgeld mit einem Gesamtwert von über sechs Milliarden Dollar gewaschen haben.