Europäische Bankenaufsicht EBA warnt vor Bitcoin

Europaeische-Bankenaufsicht-EBA-warnt-vor-BitcoinDie europäische Bankenaufsicht EBA warnt offiziell vor Bitcoin und anderen digitalen Währungen. Der Handel mit digitalen Währungen unterliege keiner Regulierung und berge sehr hohe Risiken. Laut Angaben der EBA besteht ein hohes Risiko durch Hackerangriffe, die zum unwiederbringlichen Verlust der virtuellen Brieftasche führen. Auch die Unvorhersehbarkeit der Kursentwicklung sei ein großes Risiko für die Verbraucher.

Drei Monate lang untersuchte die European Banking Authority (EBA) die digitale Währung Bitcoin und kam zu dem Ergebnis, eine Warnung aussprechen zu müssen, was die letzte Stufe vor Empfehlung darstellt, Verbraucher sollten vollständig auf die Online-Währung verzichten. Die EBA begründet ihre Warnung mit fehlender Regulierung und großen Risiken für die Verbraucher.

Keine Prognosen der Kursentwicklung möglich

Ein Risiko sieht die EBA darin, dass eine Regulierung der digitalen Währung nicht gegeben ist. Online-Währungen wie Bitcoin werden nicht von Banken oder Regierungen ausgegeben, sondern von den Anwendern mittels einer speziellen Software errechnet. Insgesamt ist die mögliche Anzahl an Bitcoins jedoch auf 21 Millionen Stück begrenzt. Dieses Modell ist an den früheren Goldstandard angelehnt und soll vor Inflation schützen.

Bitcoins werden in immer mehr Online-Shops als Zahlungsmittel akzeptiert. Die steigende Akzeptanz von Bitcoins und die begrenzte Menge digitaler Münzen sorgen dafür, dass das digitale Geld vermehrt auch für Investoren interessant wird. Bitcoins kann man nämlich nicht nur errechnen, sondern auch gegen reales Geld an digitalen Börsen kaufen. Der Kurs wird ständig neu berechnet und ist, da der einzige Gegenwert das Vertrauen der Nutzer in die Währung ist, unvorhersehbar. Ein Bitcoin kostete im vergangenen Monat erstmals über 1.000 Dollar. Innerhalb der letzten 30 Tage schwankte der Kurs zwischen 1203 und 727 Dollar. Im Januar kostete ein Bitcoin noch lediglich 13 Dollar.

Risiken für Verbraucher und die Angst vor Geldwäsche

Die Unvorhersehbarkeit des Kurses birgt die Gefahr massiver Kapitalverluste. Verbraucher haben in der Vergangenheit bereits viel Geld verloren, beispielsweise durch Schließung verschiedener Online-Börsen. Es besteht auch immer die Möglichkeit, dass eine Alternative zu Bitcoin erscheint, die für Nutzer und Investoren noch attraktiver ist, wodurch sie ihr Geld von Bitcoin abziehen und einen dramatischen Kursverlust herbeiführen können. Auch die Gefahr durch Hackerangriffe wurde von der EBA betont. Eine gestohlene digitale Brieftasche lässt sich nicht mehr zurückholen. Überweisungen lassen sich ebenfalls nicht rückgängig machen. Bei einem Fehler ist das Geld nicht mehr wiederzubekommen.

Ein weiteres Risiko sieht die europäische Bankenaufsicht im kriminellen Missbrauch digitaler Währungen. Da sich Transaktionen nicht zurückverfolgen lassen, besteht ein hohes Risiko, dass Online-Währungen zur Geldwäsche missbraucht werden. Tatsächlich wurde im Mai 2013 ein entsprechender Fall publik. Die Geldtransferfirma Liberty Reserve hatte mittels ihrer eigenen digitalen Währung „LR“ seit dem Jahr 2006 den wohl größten Geldwäschering aller Zeiten betrieben und mehr als sechs Milliarden Dollar gewaschen. Es ist durchaus möglich, dass Kriminelle ähnliches auch mit Bitcoins versuchen.