Deutscher Bierkonsum weiter rückläufig

Deutscher Bierkonsum weiter rückläufigDie Deutschen trinken immer weniger Bier. Im Jahr 2013 konnten Brauereien mit 94,6 Millionen Hektolitern etwa zehn Prozent weniger Bier verkaufen als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2010 liegt der Rückgang sogar bei etwa 20 Prozent. Trotzdem ist die Zahl der Brauereien auf 1349 gestiegen. Der allgemeine Rückgang des Bierkonsums bietet nun vor allem kleinen Brauereien große Chancen, mit innovativen Bierspezialitäten Marktanteile zu gewinnen.

Bier, das nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird, ist weltweit bekannt und beliebt. Nicht umsonst gilt Deutschland als Biernation und das Reinheitsgebot hat durchaus Chancen, in die UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen zu werden. Doch die deutsche Bierindustrie steckt in einer Krise. Der Bierkonsum der Deutschen ist seit Jahren rückläufig. Im vergangenen Jahr sank der Bierabsatz um etwa zehn Prozent auf nur noch 94,6 Millionen Hektoliter. Verglichen mit dem Bierabsatz des Jahres 2020 liegt der Rückgang sogar bei etwa 20 Prozent.

Weniger Absatz und mehr Brauereien

Von den 2013 verkauften 94,6 Millionen Hektolitern wurden 79,7 Millionen Hektoliter in Deutschland abgesetzt. Der Rest wurde exportiert, wobei besonders der Export in Länder außerhalb der EU im Aufwind ist. Trotz des allgemeinen Rückgangs wächst die Zahl der Brauereien weiter. Mit 1349 Brauereien standen Ende 2013 neun Bierbraustätten mehr in Deutschland als noch im Vorjahr.

Spitzenreiter innerhalb Deutschlands ist weiterhin Bayern mit 623 Braustätten, in denen Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen belegen mit 185 und 131 Brauereien die Plätze zwei und drei. Profiteure von der Krise im Brauereigewerbe sind vor allem kleine Privatbrauereien, von denen es zum Jahreswechsel 68 Stück gab und deren Zahl konstant ansteigt. Spezielle Biere kleiner Brauereien haben gerade Hochkonjunktur.

Besondere Biere auf dem Vormarsch

Den Rückgang des Bierkonsums liegt laut Branchenvertretern an der generellen Vereinheitlichung des Bieres durch die großen Brauereien, deren Biere meist charakterlos und austauschbar seien. Auch soziale Gründe werden angeführt, beispielsweise der Trend zum Bio-Lifestyle und dem Wegfall des traditionellen gemeinsamen Feierabendbieres aufgrund zunehmend flexibler Arbeitszeiten.

Kleine Privatbrauereien verzeichnen immer größeren Zulauf, da sie die Kunst des Bierbrauens neu aufleben lassen und Biere herstellen, die die Möglichkeiten der Zutaten auch ausnutzen, indem sie beispielsweise sehr herbe Biere mit viel Hopfen brauen oder spezielle Malzsorten verwenden. Gaststättenbetreiber, die ihr Bier selbst brauen, berichten auch davon, dass der Absatz selbst gebrauten Bieres im Verhältnis zu den Bieren der Traditionsmarken immer weiter steigt.